Beim Bau
Erster Akt: Die Ankunft

Normalerweise bringt mich nicht viel aus dem Gleichgewicht, aber manchmal...! Ich sollte Regalteile ins bayrische transportieren, nichts besonderes, übliche Routine. Aber manche Touren laufen eben nicht normal.
Nach dem Laden also in der Firma tanken und dann erst mal nach Hause. Duschen, essen und ab ins Bett. Abends gings dann wie üblich los. Mit 25 Tonnen Ladung über die Kasseler Berge und die Rhön ist immer etwas nervig - aber da muß man durch. Morgens um 7 Uhr kam ich beim Kunden an und brach erst einmal über dem Lenkrad zusammen...! Auf der Zufahrt zur Baustelle steckte ein Allradkipper im Schlamm fest. Das kann ja heiter werden dachte ich. Wenn der Kipper mit Allradantrieb schon im Dreck verschwand, wie sollte ich dann mit meinem Straßenfahrzeug mit extra kurz gekuppeltem Anhänger zur Abladestelle kommen?!
- Eintrag ins Logbuch: Scheiße (sorry, aber das denkt man dann )
Also erst mal Latschen aus, Stiefel anziehen und den Platz begutachten. Ich latschte los, um irgendeinen Verantwortlichen zu fragen, wie und wo man wohl die Abladerei geplant hatte. Es gibt nämlich Leute, die bekommen Geld dafür, daß die Arbeitsabläufe auf so einer Baustelle geplant und durchführbar gemacht werden. Der hiesige "Oberdruide" entpuppte sich dann als ein echter "Schlipstäter"! (...ein Schreibtischstratege...)
Mit einem lapidaren "das können Sie schon mal da oben in das Obergeschoss packen" glaubte er alles unter Kontrolle zu haben und schwebte von dannen.Völlig perplex versuchte ich mir vorzustellen, wie ich wohl mit meinen zwei Händen die bis zu zwei Tonnen schweren Bunde vom LKW herunter und dann nach oben ins Gebäude bekommen sollte.
Mit dem Druiden zu diskutieren entpuppte sich als sinnlos, also latschte ich "hochmotiviert" wieder zu meiner Mary (so nenne ich meinen LKW), um ein wenig zu telefonieren.
Ich rief also erst einmal unseren Auftraggeber an und schilderte die Problematik. "Ich versuche den Einkäufer zu erreichen" versprach Kai, der dort den Versand leitete. Dann folgte ein kurzes Gespräch mit meinem Disponenten. Der wurde natürlich sofort hochgradig nervös, weil ich eigentlich bis Mittag meine Rückladung aufnehmen sollte, was unter diesen Umständen wohl den viel zitierten Bach runtergehen dürfte. "Melde dich in `ner halben Stunde" verkündete er. Jaja, dachte ich nur,...als ob sich dann was geändert hat...! Man hat nach knapp 15 Jahren Güterfernverkehr nämlich so seine Erfahrungswerte, und hier sah`s wirklich nicht gut aus.

Zweiter Akt: Der ganz normale Irrsinn

Derweil hatte ich Gelegenheit, in Ruhe die Bergungsversuche des immer noch festsitzenden Kippers zu verfolgen. Das war nun wirklich ein Schauspiel. Mittels eines kleinen Radladers wollten die Profis den Karren aus dem Dreck ziehen. Nachdem er schon von hinten zu schieben versucht hatte und bei der Gelegenheit mit seinen Schaufelzähnen die hintere Klappe wohl zur Probe ein wenig perforiert hatte, probierten sie es nun mit einem niedlichen Drahtseil. Das sofort abgerissene Ende peitschte zurück und zerschlug dem Radlader die Heckscheibe. "1:1" murmelte ich, und lehnte mich zurück.
Mir wurde klar, daß dieser Tag `ne handfeste Katastrophe werden würde. Es hat erfahrungsgemäß keinen Sinn jetzt nervös hin und her zu rennen, also blieb ich wo ich war. Nach meinen Erfahrungen hätte ich jetzt etwa 30 Minuten Zeit zum gemächlichen frühstücken, bis irgendwer bei mir anruft. Also Tee & Butterbrote raus, die Beine hochgelegt und relaxen. Derweil hatten die Profis ein dickeres Drahtseil aufgetan und rissen mit nunmehr zwei Radladern wie die Irren an dem inzwischen bis an die Achsen eingewühlten Kipper herum. Dessen Chauffeur wiederum drückte auch noch wie ein Anfänger auf`s Gas, wobei er sich immer tiefer eingrub. Ich kippte mir gerade den zweiten Tee ein, als die vordere Quertraverse des Kippers mit häßlichem Knarzen von den Längsträgern abriß. 2:1 rief ich begeistert und nahm mir noch ein Käsebrot. Die Profis hatten offenbar keinen Bolzen für das vordere Anhängeauge und hatten deshalb das Seil kurzerhand um die vordere Quertraverse geschlungen. Mir wurde also echt was geboten.
Zum Glück war ich gerade nicht am Kauen, als es klingelte. Ein Herr "Soundso" (...ich habe den Namen irgendwie nie richtig  verstanden...) hatte meine Telefonnummer von obenerwähntem Kai bekommen und wollte wissen was es für ein Problem gäbe. Ich beschrieb ihm, was mir hier bisher widerfahren wahr. "Wieso, da soll doch angeschüttet und verdichtet worden sein" stellte Herr "Soundso" offensichtlich etwas erregt in stark bayrischem Akzent fest. Ich beschrieb ihm was die Profis gerade trieben. "Wo ist denn mein Bauleiter" fragte er, "der weiß doch, was diese Woche läuft". Da er offenbar den "Schlipstäter" meinte, zitierte ich dessen Aussagen zum Abladen der Regalteile, worauf  "Soundso" hörbar nach Luft rang. "Ich werd´ verruckt...nein, ich komme, ich brauche 30 Minuten" sprach`s, und legte auf.
Fein dachte ich, endlich interessiert sich mal einer für meine Regale. Während ich noch mal meine Firma anrief, zogen die Profis einen ihrer Kollegen, der im Schlamm den Boden unter den Füßen verloren hatte, wieder ans Tageslicht. Mein Disponent hatte wohl resigniert, sollte ich doch nur noch Neuigkeiten mitteilen.
Einige Zeit später schob sich dann ein relativ dicker Benz vor meine Mary, dem ein drahtiger Mittfünfziger entsprang. Entschlossen federte er auf mich zu. Das ist Herr "Soundso" dachte ich, und richtig, er fragte nach meiner Ladung und warum ich immer noch nicht auf dem Gelände stünde. Ich wies kommentarlos auf die immer noch fleißigen Profis, was ihn förmlich erstarren ließ. Jegliche Aggression schwand augenblicklich aus seinem Gesicht, er starrte nur fasziniert und offenen Mundes auf den inzwischen recht "zerrissen" aussehenden Kipper und die ihn umgebenden Fachkräfte. Er legte den Kopf etwas nach rechts und versuchte offenbar die Lage zu analysieren. "Herrje" entfuhr es ihm dann. "Nix g`schottert, nix g`rüttelt, un`nur Deppe, i wer v`ruckt" sprach`s.
und sah mich traurig an. "Wie long sto`scht scho hier?" wollte er wissen. Ich antwortete brav und geduldig auf seine Fragen. "Schaung mer a mol" meinte er dann und bedeutete mir ihm zu folgen  So trottete ich neben ihm her in Richtung Neubau. Er schimpfte die ganze Zeit leise vor sich hin, wirkte mir aber mittlerweile recht menschlich. "Wo ist der Trogner" fuhr er den ersten Arbeiter an. Der wies nach links in Richtung Baucontainer. Er bat mich überraschend höflich hier zu warten und schob ab.
"So viel dazu" dachte ich als das Geschrei losging. Offenbar war Soundso mit "Schlipstäters" Organisationstalent nicht so recht zufrieden, denn die Wortfetzen die zu mir herüber drangen ließen keine große Zufriedenheit verlauten. 15 Minuten später waren der "Schlipstäter" (mit hochrotem Kopf), Herr Soundso, ein Polier (ebenfalls mit hochrotem Kopf) und meine Wenigkeit im Baucontainer versammelt (man hatte mir sogar Kaffee angeboten...!) und beratschlagten, wie man meine Ladung in die Halle bekommen könnte. Inzwischen waren nämlich auch die Regalbauer aufgetaucht, die umgehend mit der Montage beginnen sollten. Der Abnahmetermin für die Regalanlage war wohl schon näher als geplant, und bis dahin mußte das Zeug ja noch montiert werden!
Soundso faßte zusammen: Die Zufahrt war nicht passierbar, der Vorplatz zum Abladen nicht brauchbar und es gab keinen geeigneten Gabelstapler für die Entladung. Also gute Bedingungen, um ein wenig durchzudrehen!
Überrascht stellte man dann fest, daß das Obergeschoß für meine Träger ohnehin nur noch mittels Kran erreichbar war, weil der Platz für das geplante Aufsetzen der Träger bereits durch einen großen Lastenaufzug verbaut war. Der sollte eigentlich erst in 2 Wochen kommen, war aber noch nicht betriebsbereit und ohnehin zu klein für die Träger. Ohne installierten Aufzug, den man geplant hatte, hätten die Träger diagonal  mit einem Stapler durch die Öffnung in der Decke in die obere Halle gesetzt werden können. Aber so..., irgendwer (..na wer wohl...?) hatte hier wohl seit Wochen geschlafen. Soundso schien ziemlich deprimiert, während der der "Schlipstäter"  mit zusammengekniffenem Mund nach draußen schaute...!
Der Kipper stand übrigens immer noch wie festgenagelt im Dreck, war aber wohl von den Profis aufgegeben worden; kein Mann war mehr zu sehen. Ich war mir sicher, das ich im Augenblick vollkommen überflüssig war, drum setzte ich mich in meinen LKW und wartete. Mehrmals sah ich Soundso im Stechschritt ins und ums Gebäude hasten, dicht gefolgt vom "Schlipstäter" und dem Polier (immer noch mit hochroten Köpfen). Den Gesten nach zu urteilen hatte Soundso einen Plan, den er seinen Gefolgsleuten zu erklären versuchte, aber die verstanden heute wohl eh` nur noch Bahnhof!

- Eintrag ins Logbuch: Hoffnungslos!

Dritter Akt: Der Plan

Also noch mal die Dispo anrufen und die Lage melden. Mein Disponent, von uns blonder Führer genannt, hatte mich wohl für heute aufgegeben, denn mehr als "melde dich um 5 Uhr noch mal" hatte er mir nicht mehr zu sagen. Mir war klar, daß hier wohl Standgeld für meinen Zug fällig wurde, da fiel es ihm leichter sich mit der Lage abzufinden!
So gegen 13 Uhr (!) schließlich kam Herr Soundso zu mir und verkündete mir seinen aktuellen Plan.
"Also, mir b`stelle an Kroan, der hebt eana des G`lump vom Wong un`setzt`s oba aini. Dös Dach miss ma wol oafimochn. Da loaß i wen füa kimma. Derwei machat mia oa Zufoat zu dera Hoalln." Sein Blick streifte in Richtung geplanter Zufahrt und blieb natürlich an dem immer noch feststeckenden Kipper hängen. "Ja wo soan jetz`die ***** scho wiada" fauchte er schoß zornesrot wieder in Richtung Halle ab.
"Tolle Wurst" dachte ich; "und wann geht das los ?" wollte ich noch wissen; aber er war wohl schon zu weit weg um mich noch zu hören. Nur eine Stunde später tauchte dann klappernd eine riesige Laderaupe auf, die offenbar von einer Nachbarbaustelle gechartert worden war. Dieses Monstrum schob sich unbeeindruckt vom Schlamm an der tiefsten Stelle durch den Morast und ging an der Rückseite des Kippers in Stellung. Eine dicke Kette wurde hinten eingehängt und schon setzte sich das ganze Gespann in Bewegung. Scheinbar mühelos zog das Monstrum den Kipper auf  festen Boden. Soundso stand daneben und sah triumphierend zu mir herüber. Nun war auch das Ausmaß des Frontschadens zu erkennen, der die zuständige Werkstatt sicher in Freude versetzen würde. Die Raupe setzte sich umgehend wieder in Bewegung und begann allen möglichen verfügbaren Bauschutt im Schlamm zu versenken. Jetzt wurde es wieder interessant; dazu kamen nun auch noch andere Kipper angefahren und kippten ihren Kies vor die Schlammgrube. Das Monstrum schob den Kies sofort durch und schuf so  Ruck - Zuck einen richtigen Damm. Aus 8 Ladungen (gut 200 Tonnen Kies) wurde in kürzester Zeit eine fast 150 Meter lange Furt angelegt, eine eindrucksvolle Demonstration für richtigen Maschineneinsatz. Das Monstrum entfernte sich gerade nach getaner Arbeit, da kam auch schon eine schwere Walze angerollt. Irgendwo in der Nähe mußte sich wohl ein kompletter Schwermaschinenpark befinden. Ich sah Soundso an der Straße im Gespräch mit einem weiteren Herrn, dem wohl der Einsatz der großen Maschinen unterstand. Der Walzenpilot bekam von diesem seine Instruktionen und machte sich umgehend an die Arbeit. Als die Walze mit dem Verdichten begann, bebte der Boden sogar bis zu mir. Nach weiteren 30 Minuten war der Damm fest wie Beton. "Donnerwetter" dachte ich, "die kriegen aber was in Gang." Ich besichtigte erst einmal den neugeschaffenen Weg. Hier konnte ich ohne Zweifel sicher an das Gebäude heranfahren, aber was wurde dann? Ich näherte mich wie zufällig dem Drahtigen, um vielleicht irgend eine Information aufzuschnappen. Der kam mir aber zuvor und sprach mich direkt an. Er nahm mich beiseite und erläuterte mir wie es weitergehen würde. Das Hauptproblem sei jetzt das Dach, welches geöffnet werden müßte; vorher brauchte kein Kran kommen, denn der würde Unsummen kosten wenn er nur herumstände. Über unseren Auftraggeber würde Standgeld für meinen Lastzug gezahlt werden müssen, was ihn auch schmerzte (ich hatte also richtig vermutet...)! Die eigentliche Abladerei würde seiner Einschätzung nach deshalb erst morgen früh beginnen können! Ich sah ihn bestürzt an. Da er sehr gereizt wirkte, verzichtete ich auf ein Statement meinerseits und schob erst mal ab.
Der Rest des Nachmittags verlief dann eher langweilig. Erst gegen 16 Uhr wurde es wieder lebendig, als die "Dachöffner" mit diversen Gerätschaften eintrafen. Die Männer enterten verzögerungsfrei das Dach und ließen sich vom "Schlipstäter" einweisen. Kurze Zeit später zeugten Bohr - und Sägegeräusche von den Aktivitäten auf dem Dach.
Mein Disponent mußte natürlich noch von der aktuellen Lage wissen. Ich meldete mich also wieder ein mal; "Jaja, ich hab`s schon gehört", murrte er. "Schnacken wir morgen wieder, und schreib die Wartezeit vernünftig auf!" war sein kurzer Kommentar. Damit war mein heutiger "Arbeitstag" wohl gelaufen. Gegen 18 Uhr kam überraschend Herr Soundso und grunzte mich an, ich sollte in seinen PKW einsteigen und mitkommen. Im nächsten Ort begaben wir uns in eine kleine Kneipe. Der Mann lud mich tatsächlich zum Essen ein! Das hatte ich in meiner ganzen Zeit als Kraftfahrer erst 2 mal erlebt! Ich lernte ihn als wirklich umgänglichen Menschen kennen, der sich sogar Gedanken um andere Leute macht. Es stellte sich heraus, daß er den Bau in bester Ordnung wähnte; zumindest bis heute! Das hier offenbar alles daneben lief käme ihn sehr teuer zu stehen, erzählte er nebenbei. Sein Bauleiter (sie wissen schon, der mit dem Schlips...) hätte sonst immer alles im Griff gehabt, aber heute wär` er echt sauer auf ihn. Weil ich der Einzige sei, der ihm heute noch nicht unnötig auf den Nerven herumgetrampelt sei, hätte er mich zu Essen mitgenommen. Er würde morgen in der Frühe wieder da sein, damit dann auch wirklich alles klappt. Nach einem soliden Essen lieferte mich wieder bei meiner Mary ab und fuhr dann von dannen. Noch kurz zu Hause angerufen und dann in die Koje gekrabbelt. Nach etwa 22 Stunden auf den Beinen schlief ich schnell ein.

Vierter Akt: Das Finale

So gegen 5 Uhr morgens wurde ich durch ein tiefes Bollern neben mir wach. "Was in drei Teufels Namen ist das?" brummte ich noch nicht ganz wach. Ich kraxelte blitzschnell aus der Koje um nachzusehen. Aha, der Autokran war da, und weil so ein Brocken breiter als ein normaler LKW ist, hatte er Probleme an mir vorbei und sofort rechts in die Einfahrt zu kommen. Ich startete meine Maschine und schob ein paar Meter zurück, was der Kranfahrer dankbar zur Kenntnis nahm. Ich zog mich erst mal an und setzte mir Kaffee auf. Herr Soundso (Ich hatte den Namen immer noch nicht richtig verstanden...) kam auch gerade wieder angefahren. "Jetzt geht`s endlich los" brummte ich. Da ich mich mit dem Kranmann abstimmen wollte latschte ich wieder mal los um Licht in die Geschichte zu bringen. Ich war noch nicht ganz bei der den Bau umlagernden Menschentraube angelangt als Soundso röchelnd und dunkelrot im Gesicht aus dem Bau kam. "Trogner" brüllte er. Der Angesprochene löste sich aus der Gruppe und wurde mit einem trockenen "mitkommen" in Richtung Bürocontainer zitiert. Was wohl jetzt wieder los war? Das Geschrei aus dem Container war zwar nicht zu verstehen, aber um etwas positives ging es sicher nicht! Wie sich herausstellte, hatte der "Schlipstäter" wohl die Maße für die Öffnung im Dach richtig an die Spezialisten weitergegeben, hatte denen aber die falsche Seite gezeigt! So war die Öffnung zwar groß genug, aber an einer Stelle, an die der Kran nicht kommen würde...!
Der arme Soundso dürfte wohl kurz vor einem Infarkt gestanden haben, denn er sah sehr bleich aus als er wieder auftauchte. Der "Schlipstäter" hatte wohl ganze Arbeit geleistet und war deshalb wohl von der Arbeit "freigestellt" worden. Ich sah ihn jedenfalls nicht mehr wieder.
Nach einiger Zeit tauchten kopfschüttelnd die "Dachöffner" wieder auf, um erneut eine Öffnung an anderer Stelle zu schaffen. Für mich bedeutete das weitere 2 -3 Stunden abwarten. Dem Kranmann erzählte ich, was seit gestern früh hier los war, was ihm ein paar herzhafte Lacher abrang. Wir stimmten uns ab, wie wir uns später aufbauen.
Inzwischen war auch mein Kaffee durchgelaufen, so daß ich erst mal in Ruhe frühstücken konnte. Für so etwas hatte ich derzeit ja wirklich genug Zeit...! Um 8 Uhr heulte auch schon wieder mein Telephon; mein blonder Häuptling fragte nach dem Stand der Dinge und ob ich bald fertig wäre...! Meine Schilderung der neuesten Sachlage ließ ihn nur hysterisch auflachen und  kommentarlos wieder auflegen. Wie ich ihn kannte hatte er schon wieder einen Auftrag, der gerade wieder "den Bach `runterging". Wenn er nun schon wieder einen Kunden vertrösten mußte, wollte ich sicher nicht in seiner Haut stecken. Gut also, daß ich für das alles hier nicht verantwortlich war.
Gegen 9 Uhr ging`s dann doch endlich los. Also in die abgesprochene Position fahren, das Dach aufschieben und abladen.
Der Kranmann war sein Geld wert; ich hängte die Seile unter die Bunde und der Kran hob sie sauber und präzise vom Wagen und oben wieder ins Gebäude hinein. Auch ein Kollege von mir mit einem weiteren Zug voller Regalteile traf derweil ein. Nach meiner Schilderung der Dinge hier schüttelte mein Kollege Klaus nur den Kopf.
Soundso stand derweil auf dem Dach und dirigierte alles selber. Alles lief jetzt wie`s Brezelbacken, so daß ich 11:30 meine Dächer schließen und endlich weiterfahren konnte. Soundso winkte freundlich herunter als ich an ihm vorbeirollte. Er hatte wohl die Zügel selber in die Hand genommen um nicht noch mehr Pleiten zu erleben!
Auf dem Weg zur Ladestelle die mir mein Disponent angedacht hatte fiel mir ein,daß ich nun doch nicht nach Soundso`s richtigem Namen gefragt habe. Aber vielleicht liest er ja diese Dokumentation zufällig und erkennt sich hier wieder....!
Diese 1 1/2 Tage jedenfalls sind für mich unvergessen, aber nicht das einzige Verrückte was mir so widerfahren ist. Andere Geschehnisse werden hier also demnächst folgen...
 

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